Externe Strahlentherapie

externe_strahlentherapie

Bei der externe Strahlentherapie wird der therapeutische Strahl im Gegensatz zur Brachytherapie von außen in den Patienten eingestrahlt. Die dabei verwendete Strahlung wird künstlich von einem Linearbeschleuniger erzeugt.

Die externe Strahlentherapie wird heute nur noch mit modernen Linearbeschleunigern durchgeführt. Ein Linearbeschleuniger ist vergleichbar mit einer riesigen Röntgenröhre, mit der eine hochenergetische Photonen- und Elektronen Strahlung künstlich erzeugt werden kann. Diese so erzeugte Strahlung ist in der Lage, schnell wachsendes Tumor-Gewebe, zu zerstören. Damit der Strahl auch sehr zielgerichtet und somit schonend den Tumor zerstört, werden aufwendige Techniken eingesetzt, um möglichst wenig Nebenwirkungen bei dem Patienten zu erzeugen.

Konformale 3-D-Bestrahlung

Die 3-D-konformale Bestrahlung eines Tumors ist die derzeit eingesetzte Standardtherapie in Deutschland. Hierbei wird anhand eines 3-D-Modells im Computer mit einer speziellen Software ein Bestrahlungsplan errechnet, bei dem die einzelnen Bestrahlungsfelder der Anatomie des Patienten individuell mit einem sog. Multi Leaf Collimator (MLC) angepasst, bzw. kollimiert werden. Ein solcher MLC besteht aus 120 einzelnen Bleilamellen, die den Strahl individuell formen und der Lage des Tumors millimeter genau anpassen können (konformieren). Hierdurch können die Nebenwirkungen deutlich reduziert werden.

Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT)

Die IMRT ist eine Weiterentwicklung der 3-D-konformalen Radiotherapie. Bei dieser innovativen Technik können die Bleilamellen (MLC) auch während der Bestrahlung in den Strahlengang Ein- und Ausfahren und somit die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes modulieren. Diese Technik hat besonders bei der Bestrahlung von Prostatakrebs große Vorteile, da besonders strahlenempfindliche Organe, wie der Darm und die Harnblase noch mehr geschont werden können.

Bildgestützte Strahlentherapie (IGRT)

Eine weitere neue innovative Technik moderner Strahlentherapie ist die "Image Guided Radiotherapy" (IGRT), mit der während der laufenden Bestrahlung eine 3-D-Bildgebung (Cone Beam CT) erzeugt werden kann und somit die Genauigkeit der Bestrahlungsfelder noch genauer überprüft werden kann. Somit kann eine extreme Präzision bei der Bestrahlung erreicht werden, die zu einer deutlich geringeren Nebenwirkungsrate aber gleichzeitig auch zu einer verbesserten Wirkung führt. Insbesondere bei der Bestrahlung von Prostatakarzinomen bietet dieses Verfahren große Vorteile. Vor Beginn der Bestrahlung werden 3 Goldmarker Seeds in implantiert, die von dem Cone Beam CT erfasst werden und eine noch so kleine Abweichung kann sofort korrigiert werden.

Atemgesteuerte Bestrahlung (4-D-Bestrahlung)

Bei der Bestrahlung von Organen oder Tumoren, die sich während der Atmung bewegen können, ist es mit dieser Technik möglich, die Zielregion nur dann zu erfassen, wenn sie in einer bestimmten Atemposition ist. Dieses "Atem Gating" kommt besonders bei der Bestrahlung von Brustkrebs zur Schonung der Lunge zum Einsatz und bei der Behandlung von Lungen-Tumoren, die sich während der Strahlentherapie bewegen.